Null Emissionen zu Null Kosten – toll !!

Hier der Link zu einem Interview von AutoMotorSport mit Herbert Diess, dem ehemaligen VW-Chef, der jetzt im Bereich E-Mobilität und Energiesysteme sehr umtriebig ist.

In diesem Interview macht Diess mit all seiner Kompetenz sehr deutlich, wohin die Reise geht, was jetzt zu tun ist und wie die Energie- oder Strompreise verringert werden können. Eine lohnenswerte Investition, um Zusammenhänge zu verstehen.

Zur Überschrift: es kommen demnächst Angebote in den Markt, die den Nutzern Stromkosten von 0 € versprechen, wenn die vorhandenen Speicher aus PV-Anlage und E-Auto genutzt werden können.

Das ist fantastisch und gut vorstellbar: die Speicher, v.a. die der E-Autos werden die meiste Zeit nicht genutzt und bilden in Summe aber eine riesige Menge an gespeichertem Strom … der eben bislang einfah so ungenutzt „im Tank“ lagert. Was bei Benzin / Diesel nicht geht, geht aber mit Strom: wenn ich als Besitzer erlaube, z.B. 20% der gespeicherten Menge zu nutzen, kann ein am Strommarkt aktives Unternehmen damit handeln. Das wird dann auch netzdienlich erfolgen, entlastet so zudem das Stromnetz, wodurch wiederum die Netzausbaukosten verringert werden.

ACHTUNG: das sind tolle Aussichten für die Besitzer von Eigenheimen, PV-Anlagen und E-Autos. Diese Gruppe wird zukünftig zunehmend von diesen neuen Möglichkeiten profitieren und ihre Energiekosten auf ein Minimum reduzieren. Davon haben die vielen Menschen nichts, die nicht zu dieser Gruppe gehören. Deshalb muss massiv darauf geachtet werden, dass Fördermaßnahmen zum Energiesystem der Zukunft vor allem denjenigen zu Gute kommen, die jeden Cent umdrehen müssen – und eben nicht denjenigen, die in jedem Fall diese neuen Möglichkeiten nutzen werden.

.

Was H. Diess noch klar beschreibt ist das Hauptproblem in Deutschland mit den Energiekosten: es ist nicht die Erzeugung, es sind die Netzkosten, die im Vergleich zu anderen Ländern so hoch sind. Einige wenige Zahlen:

  • in Deutschland gibt es 880 Verteilnetzbetreiber (VNB), in Frankreich 1; jeder VNB in Deutschland hat einen Vorstand und ist ein Quasi-Monopolist
  • in Deutschland betragen die Netzkosten 12 ct/kWh, in Frankreich 4 (dieser eine VNB in F ist staatlich)

Leider besteht in D bei vielem was K. Reiche macht, der Eindruck, dass diese irre komplexen und kostenaufwändigen Strukturen nicht angetastet werden sollen. Schon lange wird gefordert, die Anzahl an VNB zu konsolidieren, deutlich zu verringern und die Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern und den Stromerzeugern zu harmonisieren. Mit 30% hält E.ON einen sehr großen Anteil als VNB und natürlich haben E.ON und Co. kein Interesse an einer Verschlankung. Sehr viel Geld wird mit dem Netzbetrieb verdient – zu Lasten der Verbraucher – weil die VNB auf jeden investierten Euro eine garantierte Rendite erhalten, ob die Investition sinnvvoll ist oder nicht.

Fazit, wie schon mehrfach aufgezeigt: die Strompreise können sinken, die Technologien sind vorhanden, es hängt nur am politischen Willen … und leider auch an „Seilschaften“.

Text: C. Blaufelder

Link Bild / The Mobility House

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.