Wohnraum schaffen in der Ortsmitte!?

Mit ihrer großen Erfahrung und einem strukturiert aufgebauten Vortrag hat Dorte Meyer-Marquart für einen interessanten Abend gesorgt. Ein kurzweiliger Vortrag gespickt mit hilfreichen Informationen und anschließend eine lebendige Diskussion, ein perfekter Mix für diese Veranstaltung im B-OBB, dem Bürgerhaus von Obernburg.

Dorte zeigte auf, warum die Innenentwicklung aus ökologischen, ökonomischen und auch sozialen Gründen sinnvoll ist. Gut so, dass unsere Stadt mit Beschluss vom Dezember 2025 im Rahmen von INSEK den Fokus auf die Innenentwicklung gelegt hat.

Mit Schweinfurt, Hofheim oder auch Karlstadt wurden Kommunen genannt, die seit vielen Jahre konsequente Innenentwicklung betreiben und diese Konsequenz nun auch zu spüren ist. Auch Eschau sei hier weit fortgeschritten, so der Hinweis von Walter Wölfelschneider.

Diese bislang fehlende Konsequenz unserer Stadt bei einem so wichtigen Thema wurde einstimming bedauert, gab es doch mehrfach in der Vergangenheit gute Ansätze, Initiativen oder gar sehr detaillierte Analysen. Insofern stellt sich die Frage, was nun geschehen müsse, um nun, auf Basis von INSEK, konsequent an der Innenentwicklung zu arbeiten. Die Erfahrungen bei einem so komplexen Thema zeigen deutlich auf, dass es sich dabei um eine Aufgabe handelt, die mehrere Stadtrats-Perioden überdauert. Dazu, so Eva Ehrfurth, benötige es jetzt Mut und Druck, um das Thema voranzubringen.

Dorte Meyer-Marquart hat sehr deutlich betont, dass wegen der Komplexität alle Beteiligten an einen Tisch müssten. Gelinge dies, können systematisch vorgegangen werden, was sie anhand der erprobten Umsetzungsschritte für solch eine Innenentwicklung vorgestellt hat. Der erste dieser Schritte ist die Erstellung eines Potenzialflächenkatasters. Alle weiteren Schritte müssen ineinander greifen und zum Teil auch parallel erfolgen, was eine sehr gute Organisation erforderlich mache, so die Referentin.

Ein wichtiges Thema sind auch die Fördermöglichkeiten gewesen, die teilweise nicht bekannt sind. So gIn Schweinfurt z.B. seien Innenentwicklungs-Lotsen benannt, die sich mit Nachdruck um „ihr“ Thema kümmern.be es neben den staatlichen Maßnahmen auch eine Förderfibel der Stadt Obernburg, die leider vielen nicht bekannt sei.

Unterstützung bei der Umgestaltung und Entwicklung der Potemzialflächen sei ein wichtiges Thema, wenn es z.B. erreicht werden solle, Wohnraum zum ortsüblichen Preisspiegel von 10 – 13 €/m2 anzubieten.

Durch den Vortrtag und während der Diskussion sind zahlreiche hilfreich Erfahrungen anderen Kommunen ausgetauscht worden, z.B.

  • der Einsatz von Innenentwicklungs-Lotsen wie in Schweinfurt, so Dorte
  • die Beratung an ein externes Ingenieurbüro zu vergeben, wobei die Kosten von der DStadt übernommen würden; dieses senke die Hemmschwell der Bürger*innen, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, so Hr. Löffler
  • insgesamt seitens der Stadt aktiver zu beraten, z.B. dafür zu sorgen, dass allen Interessierten die Förderfibel bekannt ist oder auch die Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Fördermaßnahmen, denn teilweise ist nicht klar, dass nur ein Teil der Leistungen seitens des Anträgers zwingend verlangt würden

Ein wichtiges und auch anspruchsvolles Thema. Es müssten die Bürger*innen mitgenommen werden und es müsse auch eine Vision vermittelt werden, um aufzeigen zu können, warum es sich lohne, sich dauerhaft zu engagieren. Mit diesen Erkenntnissen und der systematischen Vorgehensweise, kann es gelingen, so Dorte Meyer-Marquart, Obernburg und Eisenbach nachhaltig zu entwickeln.

Text und Bilder: C. Blaufelder

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