Die Behauptung, dass PFAS aus Windkraftanlagen die Umwelt sowie das Trinkwasser vergiften, ist falsch und durch nichts belegt.
Ebenso falsch ist die Behauptung, die PFAS in den Wildschweinlebern stammen aus dem Abrieb von Windrädern
PFAS werden auch „Ewigkeits-Chemikalien“ genannt, weil diese sich in der Umwelt nur extrem langsam zersetzen, also „ewig“ in der Umwelt verbleiben. Einige Varianten dieser Chemikalien sind sehr kritisch bzw. giftig, wenn diese z.B. über die Nahrung aufgenommen werden und sich im Körper anreichern. Zur Gruppe der PFAS gehören ca. 10.000 verschiedene Komponenten.
Bei Windkraftanlagen (WKA) werden Flourpolymere (hochleistungskunststoff-basierte PFAS) bei der Beschichtung von Rotorblättern beigemischt, um die Beschichtung zu stabilisieren, um den Abrieb zu verringern. Abrieb ist dennoch nicht zu verhindern und darüber gelangen diese in die Umwelt.
Diese Flourpolymere gelten als „Polymers of Low Concern“ (Polymere mit geringem Risiko), da sie chemisch gebunden, fest und nicht wasserlöslich sind – anders als z.B. flüssige PFAS in Pestiziden).
Diese freigesetzten Mengen dieser Windräder-Flourpolymere sind so gering, dass eine Gefahr für Menschen durch nichts belegt ist. Die folgende Grafik zeigt die 2020 freigesetzten Mengen:

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Die PFAS aus Windrädern sind in der Position „Energiesektor“ enthalten, der alle Arten von Energieanlagen umfasst. PFAS sind definitiv ein Problem, diese resultiert aber nicht aus dem Energiesektor, andere Quellen sind entscheidend wie die Flourierten Gase (Kältemittel), in Textilien, im Transportsektor usw.. In 10% aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzprodukte sind PFAS enthalten (s. Tagesspiegel).
PFAS in Wildschweinlebern: ein gern gebrachtes Argument von Windkraftgegnern, dass Wildschweine den Abrieb von Windrädern aufnehmen und diese sich in der Leber anreichern. Tatsächlich sind zahlreiche Wildschweinlebern mit PFAS belastet, weshalb deren Verzehr seit Jahren verboten ist. Es gibt jedoch nicht den geringsten Beleg für einen Zusammenhang mit den PFAS aus Windrädern. Nicht wegen der vergleichsweise geringen Menge, sondern vielmehr, weil diese relativ fest in den Kunststoff- / Lackpartikeln eingebunden sind und im Gegensatz zu den PFAS z.B. aus Pflanzenschutzmitteln nicht wasserlöslich sind, eine wichtige Voraussetzung, um ins Blut und von dort in die Leber zu gelangen. (s.u. Pirsch).
Aktuell der Beitrag von BR24 mit dem gleichen Ergebnis: wer sich um PFAS Sorgen macht, sollte sich um die Hauptemissionsquellen kümmern, dazu gehören Windräder ganz sicher nicht.
Eine Quelle für PFAS in der Umwelt kann z.B. belasteter Kompost sein. Im Landkreis Rastatt hat ein Kompostierbetrieb illegalerweise PFAS-belastete Papierschlämme mit Kompost vermischt, der anschließend auf ca. 700 Hektar Ackerfläche ausgebracht wurde (s.u. Lkr. Rastatt).
Mittlerweile sind die sehr kritischen PFAS-Varianten verboten, andere, weniger kritische Varianten (PTFE/Teflon) können noch eingesetzt werden. Mit Hochdruck werden Alternativen entwickelt, welche die gleichen Schutzeigenschaften aufweisen, also bei Windkraftanlagen den Abrieb der Beschichtung genauso wirkungsvoll verhindern.
PFAS haben Eigenschaften, die unsere Leben für viele Jahre erleichtert haben. Nun ist deren Gefährlichkeit erkannt und Ersatzstoffe müssen entwickelt werden. Wer sich wegen PFAS sorgt, muss seine Aufmerksamkeit auf andere Bereiche richten, nicht auf Windkraftanlagen. Und es ist völlig inakzeptabel, Ängste zu schüren, welche durch nichts belegt sind.
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Weitere Informationen:
Beitrag des MDR – Können PFAS die Energiewende stoppen
Beitrag JUWI – PFAS: Warum die Windenergie nicht als Sündenbock taugt
Verbraucherzentrale – Ewigkeits-Chemikalien PFAS: Wo sie stecken, warum sie problematisch sind
Tagesspiegel – Studie zu TFA-Pflanzenschutzmitteln sieht EFSA in der Verantwortung
Pirsch – Windräder für hohe PFAS-Werte in Wildschweinen verantwortlich?
BR24; „Mikroplastik: Windkraftgegener übertreiben das Problem“, 25.09.2026
Landkreis Rastatt: Kompostierbetrieb verteilt PFAS-belasteten Kompost
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Text: C. Blaufelder