Gleitet die Demokratie in den Faschismus ab?

Ein wertvoller und interessanter Austausch nach dem Vortrag von Christian Blaufelder zum Thema, ob das Abgleiten der Demokratie in den Faschismus noch zu verhindern ist.

Was passiert da gerade in unserem Land mit der wachsenden Zustimmung zur AfD, einer Partei, die in vielen Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft wird? Kann diese Entwicklung geestoppt werden, denn aktuell scheint sich der Vorsprung vor CDU/CSU zu festigen ?

Der Referent hat damit auch eine These zur Diskussion gestellt: „Nur ein lokales Engagement kann das Abgleiten in den Faschismus verhindern“

Wir leben aktuell in einer Zeit der „Multikrisen“, denen wir in weiten Teilen hilflos ausgeliefert sind, etwas wenn USA und China Handelskriege führen, militärische Kriege zu einer Explossion der Energiekosten führen oder eine Pandemie zu verkraften ist. Hinzu kommen „interne Herausforderungen“ wie etwa ein Reformstau oder eine nachlassende Wirtschaftskraft, was sich oftmals gegenseitig verstärkt.

Viele Menschen haben eine wachsende und berechtigte Sorge vor der zukünftigen Entwicklung bis hin zu Jobverlust oder allgemein die Angst, sozial abzusteigen. Menschen sind extrem belastet, wenn sie sich als nicht mehr handlungsfähig empfinden, wenn das Gefühl vorliegt, durch eigene Anstrengungen etwas erreichen zu können. Angst vor Kontrollverlust ist eines der wirkmächtigsten psychologischen Kräfte überhaupt, so die Wissenschaft.

Psychologisch betrachtet, machen rechtsradikale Parteien in Zeiten multipler Krisen ein attraktives Angebot, wenn vorgegaukelt wird, die „Uhren zurückdrehen zu können“, dass man unser Land wieder zu alter Stärker führen werde und Menschen einladen, Teil dieser „großen Bewegung“ zu werden. In solchen Situationen verfangen solche Angebote sehr schnell … selbst dann, wenn die Menschen spüren, dass dieser nationalistische Weg keine Antworten auf globale Herausforderungen hat.

Konsequenterweise wurde das Fehlen eines attraktiven Gegenangebot aus dem liberalen Lager oder auch der Bundesregierung bedauert. Zwar gebe es solche positiven Perspektiven oder Visionen, diese könnten sich aber gegenwärtig nicht durchsetzen, um eine Bewegung zu entwickeln, der sich sehr viele anschließen können.

Die Teilnehmer:innen aus Amorbach, Niedernberg, Mömlingen und Obernburg-Eisenbach haben von ihren Erfahrungen berichtet, von gelungenen Veranstaltungen, über die Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mobilisiert werden konnten. Aber auch von frustrierenden Erfahrungen nach einem erfolgreichen Engagement wurde berichtet, wenn Engagierte trotz eines Erfolges ihre Einstellung bekräftigt haben, diese radikal rechte und in Teilen rassistische Partei AfD zu wählen, die vor allem Ängste schürt, Gesellschaftsgruppen gegeneinander aufhetzt und auf die großen Fragen z.B. der Wirtschaftspolitik oder Innovation in einem globalen Umfeld keine einzige Antwort hat.

Sicher ist es nicht einfach, eine solche Vision für ein großes und komplexes Land zu entwickeln und den Großteil dafür zu gewinnen. Wesentlich einfacher wird es aber sein, auf lokaler Ebene eine solche Zukunftsperspektive zu entwickeln, also für die Stadt, die Kommune. In diesem Sinne wollen sich alle weiter engagieren, die Vereinsarbeit unterstützen, das Engagement in gemeinnützigen Organisationen wie z.B. auch der Feuerwehr und natürlich wird es weiterhin das wichtige Engagement von Aktionsgruppen wie den Omas gegen Rechts geben, die ebenfalls teilgenommen haben.

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Text: Dr. Christian Blaufelder

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