Nachfolgend die wichtigsten Kriterien beim Kauf eines gebrauchten E-Autos:
- Batteriezustand (SoH): Die Akkugesundheit entscheidet über Reichweite und Wert. Bei 50.000 km sollte der SoH noch bei mindestens 92 %, bei 100.000 km bei rund 88 % liegen; am besten den SoH-Wert idealerweise durch ein Batteriezertifikat (z. B. vom ADAC oder einer Fachwerkstatt) schriftlich bestätigen lassen
- Garantie auf den Akku: prüfen, ob die Garantie des Herstellers auf den Antriebsakku noch greift und ob diese auf den neuen Halter übertragbar ist.; viele Hersteller garantieren, dass der Akku innerhalb der ersten 8 Jahre oder bis zu 160.000 km mindestens 70 bis 80 % seiner ursprünglichen Kapazität behält
- Ladeleistung und Kabel: E-Autos unterscheiden sich stark in der Ladegeschwindigkeit –> auf die maximale Ladeleistung an der Schnellladesäule (DC-Ladeleistung, z. B. 100 kW oder mehr für Langstrecken) achten und prüfen, ob ein dreiphasiges 11-kW-Bordladegerät für das Laden zu Hause vorhanden ist; zudem überprüfen, ob die benötigten Ladekabel (Typ 2 für die Wallbox, ICCB-Kabel für die Haushaltssteckdose) beim Kauf inklusive sind
- Servicehistorie: Ein lückenloses Scheckheft ist wichtig, um eventuelle Kulanz- oder Garantieansprüche bei Batterieschäden durchzusetzen
- Verschleißteile: Elektromotoren sind nahezu verschleißfrei, weshalb Bremsen und Reifen umso wichtiger sind; auf den Zustand der Reifen achten und die Bremsen testen, da diese durch die sogenannte Rekonvaleszenz (Energierückgewinnung) oft weniger genutzt werden und bei manchen Modellen zum Rosten neigen
- Software-Updates: den Verkäufer fragen, ob das Infotainment-System auf dem neuesten Stand ist; ältere Modelle können mit veralteter Software langsamer laden oder weniger Funktionen bieten.
- Ausstattung und Zubehör: ein wichtiger Punkt bei E-Autos ist die Wärmepumpe, diese sorgt im Winter dafür, dass die Innenraumheizung nicht massiv auf Kosten der Reichweite geht; falls möglich, Modelle mit einer Wärmepumpe bevorzugen
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Zum Batteriezustand, dem SoH-Wert (State of Health = „Gesundheitszustand“) gibt es umfangreiche aktuelle Untersuchungen wie hier bei ingenieur.de. Zahlreiche Batterien unterschiedlicher Hersteller wurden nach unterschiedlichen Kilometerleistungen geprüft.
Das Ergebnis: nach 100.000 km verbleiben im Durchschnitt noch 92,4% Batteriekapazität (eine 60 kWh Batterie hat dann eben noch 55,4 kWh)
Bei ingenieur.de heisst es: „Der State of Health, kurz SoH, beschreibt, wie viel nutzbare Energie ein Akku im Vergleich zu einem hinterlegten Referenzwert im Neuzustand noch speichern kann. Ein SoH von 92,4 % bedeutet daher nicht automatisch, dass die Reichweite exakt um 7,6 % gesunken ist. Verbrauch, Außentemperatur, Geschwindigkeit und Fahrprofil beeinflussen die tatsächliche Reichweite zusätzlich.“
Daneben gibt es weitere Daten mit wesentlich höheren km-Leistungen
- P3 Group/Aviloo hat 7.000 Datensätze analysiert: im Schnitt betrug der SoH-Wert nach 200.000 km noch 87%
- Tesla Model 3: nach 500.000 km noch 80% SoH
- Hyundai IONIQ 5: nach 580.000 km noch 87% SoH
Fazit: die Batterien sind sehr stabil, der Rückgang der Kapazität gering, es spricht nichts gegen den Kauf auch eines älteren E-Autos