Adam Lux – ein Frühdemokrat aus Obernburg

„Und kein Deutscher vergesse ihn!“ so der Nachruf auf Adam Lux nach dessen Freitod 1793 unter der Guillotine in Paris.

Wären nicht Menschen wie Eric Erfurth mit solchen Artikeln, so wäre dieser berühmte Obernburger nicht nur den Deutschen, sondern auch in Obernburg vergessen. Dabei ist dieser Adam Lux ein Mensch, auf den jede Stadt stolz sein kann. Nicht umsomst hat selbst Stefan Zweig diesem mutigen Menschen ein Stück in zehn Bildern gewidmet („Adam Lux“, Logo-Verlag Eric Ehrfurth).

1765 in Obernburg geboren, hat er sich durch sehr gute schulische Leistungen mit dem Besuch des Gymnasiums in Aschaffenburg aus sehr ärmlichen Verhältnis emporgearbeitet. Das Studium der Philosophie an der Landesuniversität in Mainz hat er mit einer Doktorarbeit zum Enthusiasmus abgeschlossen. Als Hauslehrer lernt er seine Frau kennen, was zu einem beachtlichen sozialen Aufstiegt führt.

Lux ist vom Geist der Aufklärung fasziniert, erhofft sich dadurch mehr Rechte für die Menschen und unterstützt so die Gründung der Mainzer Republik, den ersten demokratischen Staat auf deutschen Boden. Nach der Besetzung der Mainzer Reublik durch die französische Revoluitionsarmee reist er mit einem Freund nach Paris mit dem Ziel, die Mainzer Republik der Französischen anzuschließen.

In Paris jedoch erlebt er den brutalen Machtkampf der Revolution, erfährt, dass er seinen Hof in der Heimat verloren hat und plant ganz bewusst seinen Freitod, um auf die schlimmen politischen Verhältnisse aufmerksam zu machen.

Ist dieser frühe Demokrat mit seinem Engagement für Freiheit und Demokratie nicht ein Andenken seiner Heimatstadt wert?!

Text: C. Blaufelder

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4 Kommentare

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen!
    Nur schade, dass man bisher kein großes Interesse im Stadtrat für diese geschichtliche Größe gezeigt hat.
    Ich könnte mir ein Statur an einem markanten öffentlichen Ort in Obernburg vorstellen.
    Natürlich wäre es, bei der derzeitigen Finanzlage nicht schlecht, wenn man einen Investor fände.
    Winno

  2. Leute, die mit ihrem Tod Veränderungen bewirken wollen? Das sollte man sich wirklich genau überlegen wie man derer Gedenken soll, welche Bedeutung sie für unsere Gesellschaft haben können / sollen.

    1. Ja, ein heikler Punkt, eine tragische Entscheidung.
      Für mich steht das Leben dieses Mannes im Vordergrund und für alles was ich da erfahre, empfinde ich größten Respekt.
      Aus ärmlichen Verhältnissen hochgearbeitet ist respektabel. Entscheidend für mich sein Eintreten im Sinne der Aufklärung mit dem Ziel, das Leben der Menschen zu verbessern, das Wirken dafür in Mainz, das Pflanzen des Freiheitsbaumes und sicher vieles weitere mehr. Wahrscheinlich mit Euphorie nach Paris, um dort bitter enttäuscht zu werden. Für mich unvorstellbar, dass jemand dann nach kurzem Zögern den Freitod wählt. Ich glaube, da gab es noch vieles davor, bis eben verzweifelt diese tragische Entscheidung gefasst wurde.
      Für mich also ein Mensch, vor dessen Engagement über viele Jahre ich den Hut ziehe. Dieses Engagement sollte wegen einer „finalen“ Entscheidung nicht vergessen werden.