Windenergie – Lärm / Infraschall

Eines der häufig gehörten Argumente gegen Windkraftanlagen (WKA) ist eine Gefahr für die Gesundheit durch Lärm bzw. den sogenannten Infraschall.

Was ist Infraschall

Infraschall sind sehr tiefe Schallwellen (unter 20 Hz), die von den sich drehenden Rotorblättern erzeugt werden, wenn diese am Turm vorbeistreichen.

Wie laut und damit wie belastend sind nun diese Schallwellen

Die Lautstärke wird als der sog. Schallpegel mit der Maßeinheit dB ausgedrückt. Die folgenden Grafik zeigt den Schallpegel verschiedener Quellen; für die WKA wird eine Entfernung von 200 m angenommen:

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Fazit 1: Straßenverkehr erzeugt mehr Lärm als WKA und das ist Straßenverkehr an einer normalen, nicht stark befahrenen Straße.

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Wie hängt der Lärm- oder Schallpegel mit der Wahrnehmungsschwelle des Menschen zusammen

Diesen Zusammenhang zwischen Schallpegel und Frequenz zeigt das folgende Bild (Quelle LfUBW):

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Der hier relevante Infraschall tritt bei Frequenzen bis 20 Hz auf, darüber gibt es diesen Infraschall nicht.

Orange ist die Wahrnehmungsschwelle des Menschen abhängig von der Frequenz; Beispiele:

  • bei einer Frequenz von 20 Hz hören wir den Schall / den Lärm erst ab einem Schallpegel von 70 dB, also oberhalb der orangefarbenen Linie
  • bei einer Frequenz von 50 Hz hören wir den Schall / den Lärm bereits ab einem Schallpegel von 40 dB

Eine Autofahrt (dunkelblau) erzeugt mehr Lärm / höhere Schallpegel als WKA (orange) selbst bei geschlossenen Fenstern (die dunkelblaue Linie liegt immer oberhalb der orangefarbenen)

Die Kurve für WKA (orange) gilt für einen Absatnd von 150 m, was eine völlig unrealistische Annahme für die Praxis in Bezug auf einen Aufstellungsort ist. Bei 300 m Abstand liegt der Infraschall von WKA unter der Wahrnehmungsschwelle des Menschen.

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Was bedeutet das nun für eine mögliche Gesundheitsgefährdung

Es gibt zu dieser Frage zahlreiche Studien, die alle zum gleichen Ergebnis kommen: mit dem in der Praxis üblichen Abstand von WKA zu Wohngebieten gibt es keine Gesundheitsgefährdung.

Nachfolgend das Fazit aus einer Studie des Landesamtes für Umwelt Baden-Württemberg:

  • Infraschall und tieffrequente Geräusche sind alltäglicher Bestandteil unserer technischen und natürlichen Umwelt.
  • Verglichen mit anderen technischen und natürlichen Quellen ist der von Windkraftanlagen hervorgerufene Infraschall gering. Bereits in 150 m Abstand liegt er deutlich unterhalb der Wahrnehmungsgrenzen des Menschen, in üblichen Abständen der Wohnbebauung entsprechend noch weiter darunter.
  • Gesundheitliche Wirkungen von Infraschall unterhalb der Wahrnehmungsgrenzen sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
  • Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden kommen wir in Baden-Württemberg zu dem Schluss, dass nachteilige Auswirkungen durch Infraschall von Windkraftanlagen nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht zu erwarten sind.

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Wieso werden dennoch immer wieder einmal Beschwerden gemeldet

Die Ursachen dafür sind nicht klar, lassen sich jedoch nicht mit einer Lärmbelastung durch WKA begründen.

Beschwerden müssen immer ernst genommen werden, Experten diskutieren in diesem Zusammenhang das sog. „Windturbinensyndrom“ (engl. WTS – Wind Turbine Syndrome), welches auf den sog. Nocebo-Effekt zurückzuführen sei.

Quellen hierzu: Spiegel, Wikipedia, CHIP oder die AOK

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Hat jemand andere Daten, Studien zu diesem Thema, bitte gerne mitteilen. Danke

Text: C. Blaufelder